Actor's Nausea

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Dodie Smiths "Dear Octopus" - Presse

 

Ein Einblick in britische Familien

 

"Wirf Fenny den imaginären Ball zu!" Damit beginnen die Proben von Actor's Nausea, der Theatergruppe vom Anglistischen Institut. Diese finden in einem winzigen Seminarraum in der Anglistik statt, aber das macht den Laienschauspielern nichts aus, denn schließlich kann man sich den Raum groß denken. Zu ihren Aufwärmübungen zählen des Weiteren herzhaftes Gähnen sowie hemmungsloses Rufen und Schreien. Als Zuschauer mag das zwar etwas befremdlich wirken, doch die Akteure besitzen keine Scheu. Man erklärte mir, das Publikum sei wie Hunde: Spüren sie deine Angst, wirst du gefressen. Bei dem diesjährigen Theaterstück handelt es sich um Dear Octopus von der Britin Dodie Smith, die mit ihrem Klassiker Hundertundein DalmatinerWeltruhm erlangte. Das nicht so sehr bekannte Stück Dear Octopus behandelt auf humoristische Weise mögliche Generationenkonflikte, als anlässlich einer Goldenen Hochzeit die vier Generationen einer Familie nach langer Zeit wieder aufeinander treffen. Die britische Autorin versteht es mit ihrem trockenen Humor, die Sachverhalte treffend darzustellen, ohne sie ins Lächerliche zu ziehen. Dieses Stück wurde von der Regisseurin der Gruppe nicht nur ausgewählt, weil die Besetzung mit fünf männlichen und zwölf weiblichen Charakteren genau auf dieses passt, sondern auch weil die Persönlichkeiten der Rollen mit denen der Darsteller größtenteils übereinstimmen. "Es ist das perfekte Stück. Als wäre es für unsere Gruppe geschrieben worden", erklärt die gebürtige Amerikanerin, die sich nach einem Praktikum in Aachen auch eine längere Wohnphase in Deutschland vorstellen konnte und so kurzer Hand über den großen Teich zog. Sie studierte in Amerika Theaterwissenschaften und half bereits bei der Realisierung einiger Theaterstücke mit. Insofern handelt es sich wohl weniger um ein Laienstück als um ein halbprofessionelles. (Julia Henderichs, Kármán Hochschulzeitung)